Nachhaltigkeitszentrum Thüringen

Themen der nachhaltigen Entwicklung

Zukunftsfähige Gesellschaft

Nachhaltiges Handeln von Staat und Gesellschaft ist die Voraussetzung für ein Gelingen eines Nachhaltigkeitsprozesses. Den Worten müssen konkrete Taten folgen, die in einen langfristigen Prozess, welcher gemeinschaftlich abgestimmt ist, eingebettet sind.

Nachhaltiges Handeln bedeutet auch, dass neue Wege der Kommunikation und Partizipation gegangen werden, dass die gesellschaftlichen Partner gemeinsam die Verantwortung der lokalen, regionalen und landesweiten Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit organisieren und verantwortlich den Herausforderungen einer sich verändernden Welt begegnen.

Zum „Good Governance“ gehören ebenso das verantwortliche Umgehen mit privaten und öffentlichen Finanzen, die Förderungen des Ehrenamtes und eine ernstgemeinte Bürgerbeteiligung.

Beispiele

Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen

Thüringer Ehrenamtsstiftung

 

 

Demografischer Wandel

Die Weltbevölkerung wächst weiter, von heute 7 Mrd. auf voraussichtlich 9 Mrd. Menschen im Jahr 2050. In Deutschland werden wir hingegen weniger und älter. Von 1998 bis zum Jahr 2030 verliert Thüringen prognostizierte 25 % seiner Bevölkerung. Einige Städte und Landkreise wahrscheinlich über 40%. Nur Erfurt, Weimar und Jena werden geringe Zuwächse verzeichnen.

Wie kann sich unsere Gesellschaft, speziell unsere Kommunen, auf diese gravierenden Veränderungen einstellen? Wie können diese Herausforderungen vor Ort so kommuniziert werden, dass sie nicht zu lähmenden Zukunftsängsten, sondern zu Engagement und Zukunftsoptimismus führen? Wie lässt sich in den Kommunen eine neue Engagementkultur mobilisieren?
Es gibt unzählige Fragen und erste Antworten. Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Es gilt eine Doppelstrategie zu entfalten: Anpassen und Gestalten.

In der vom Land Thüringen beauftragten Studie heißt es: „Ein chancenorientiertes  und vorausschauendes Demografie-Management wird deshalb immer mehr zur Schlüsselkompetenz für kommunale und regionale Entscheidungsträger“.


Das NHZ stellt sich diesen Fragestellungen insbesondere im kommunalen Kontext. 

Beispiele

Serviceagentur Demografischer Wandel

Landesprogramm "Solidarisches Zusammenleben der Generationen" (LSZ)

 

 

Natürliche Ressourcen

Natürliche Ressourcen sind Naturkapital. Zu ihnen werden Rohstoffe, Energieträger, Fläche, die Funktion und Qualität von Komponenten der Umwelt wie Boden, Luft und Wasser oder genetische Vielfalt gezählt.

Der Umfang der Inanspruchnahme der Umwelt als Ressourcenquelle vermindert zunehmend die Fähigkeit unseres Planeten, die Lebensgrundlagen für Mensch und Tier zu regenerieren. Weltweit verbrauchen wir jährlich rund 40 Prozent mehr, als es die natürliche Kapazität der Erde zulässt.

Erforderlich ist deshalb eine grundlegende Änderung derzeitiger Verbrauchsmuster hin zu nachhaltigen Produktions- und Konsummustern, Lebensgewohnheiten und Mobilitätsstrukturen.
Die Berücksichtigung der Tragfähigkeit der Erde ist eine dringliche Aufgabe. Alle natürlichen und regenerierbaren Ressourcen können nur in einer die Atmosphäre, die Gesundheit und die Umwelt in ihrer Gesamtheit schonenden Weise genutzt werden.

Beispiel

Naturschutzgroßprojekt "Thüringer Rhönhutungen"

Zukunftsfähige Energieversorgung und Klimaschutz

Die Energiepolitik in Deutschland ist eng mit den Erfordernissen, die sich aus den Vorgaben der Klimapolitik ableiten, verbunden. Um einer weiteren Erwärmung der Erde und damit einer gravierenden Gefährdung der menschlichen Zivilisation entgegen zu wirken, hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Treibhausemissionen gegenüber 1990 um 40% zu senken und bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95%. Daraus und durch den Beschluss des Ausstiegs Deutschlands aus der Atomenergie ergeben sich für die Energiepolitik insgesamt hochambitionierte Zielstellungen.
Diese Zielstellungen beinhalten auch, dass die Energieversorgung bis zum Jahr 2050 überwiegend durch erneuerbare Energien zu gewährleisten ist. Dies erfordert einerseits einen grundlegenden Umbau der Energieversorgungssysteme und andererseits eine drastische Effizienzsteigerung bei der Nutzung von Energie.  Für die Stromversorgung, den Verkehr und den Gebäudebetrieb verbinden sich hohe ökonomische und technologische Herausforderungen. Das Zieldreieck der Energiepolitik - Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit - muss dabei im Blick bleiben.

Der Begriff der "Energiewende" steht für den Aufbruch in das Zeitalter der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Die Energiewende bietet die Chance einer Demokratisierung und Dezentralisierung der Energieerzeugung und damit die Möglichkeit einer regionalen Wertschöpfung unter der breiten Beteiligung der Bürger.

Beispiele

BürgerEnergie Thüringen e.V.

effort - Verbundprojekt Energieeffizienz vor Ort - Jena

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Bedeutung der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung haben viele der in Thüringen aktiven Bildungsträger erkannt. Schulische und vor allem außerschulische Akteure orientieren sich an den Zielen der BNE. So beinhalten die Grundschullehrpläne Thüringens diesen Bildungsansatz. Vereine und Verbände bieten über die Projektarbeit vielfältige Lehrmöglichkeiten für alle Altersgruppen.

Auf der Grundlage von Bildungskooperationen arbeiten schulische und außerschulische Bildungsträger, wie außerschulische Lernorte zunehmend enger zusammen, um die BNE weiter zu stärken. Dabei gilt es stetig die Kontinuität weiter zu stärken, Projektmöglichkeiten abzusichern und die bestehenden Akteure weiter zu vernetzen.

Beispiel

Innovationsnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung (InnoNet BNE) - Universität Erfurt

Nachhaltiges Wirtschaften

Die Grundlage Nachhaltigen Wirtschaftens stellt ein schonender Umgang mit den notwendigen Ressourcen dar. Die Vermeidung nicht notwendiger Umweltschädigungen durch den Rohstoffabbau gehört dazu, ebenso wie der effizienteste Einsatz der Produktionsmittel. Entsprechende Wirtschaftsweisen erschließen neue Innovationen und ermöglichen einen schrittweisen Umbau hin zu mehr Umweltverträglichkeit.

Nachhaltiges Wirtschaften schließt darüber hinaus aber größere gesellschaftliche Bereiche ein. Die unternehmerische Verantwortung für die Fachkräftequalifizierung und deren Erhalt gehören ebenso dazu wie die Vereinbarkeit von Familie. Die  Berücksichtigung regionaler Aspekte des Wirtschaftens, der Verringerung von Transportwegen einerseits der Inwertsetzung regionaler Wertschöpfungsketten anderseits spielen für nachhaltiges Wirtschaften eine wesentliche Rolle.

Das Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAT) unterzeichnen Thüringer Betriebe, die sich für eine entsprechende Wirtschaftsweise engagieren.

Beispiel

dreisechzig

Urbanität - Ländlicher Raum

Die Zukunft der Menschheit wird urban sein. Bereits heute lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, bis 2050 wird dieser Anteil nach Schätzungen der UN auf zwei Drittel ansteigen. Städte sind verheißungsvolle Orte des guten Lebens und Motor gesellschaftlichen Wandels. Gleichzeitig sind sie aber auch die Hauptverursacher der globalen ökologischen und sozialen Herausforderungen im 21. Jahrhundert.
Gefragt sind Potentiale für eine Transformation zur Nachhaltigkeit und Lösungsansätze in Theorie und Praxis, die dazu beitragen können, Städte und den ländlichen Raum zu einem lebenswerten Ort zu machen. Im Zentrum steht dabei auch die Frage, welchen Beitrag eine aktive Zivilgesellschaft als Impulsgeber eines zukunftsfähigen Wandels hierfür leisten kann.

 

Beispiele

STADTLAND ist das Thema der IBA Thüringen

Stadtteilzentrum Wolkenrasen Sonneberg

WERTHER mobil


Gesundes Leben

Ein gesundes Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Die WHO definiert Gesundheit folgendermaßen:

„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“.

Voraussetzungen für ein vollständiges körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen sind persönliche Kenntnisse und Einstellungen und ein gesellschaftliches Umfeld, welches entsprechende Rahmenbedingungen vorgibt.
Fast Food, Überforderungen in Beruf und Freizeit bzw. Unterforderung und soziale Ausgrenzung durch Arbeitslosigkeit und viele weitere alltägliche Aspekte sind denkbar ungünstige Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben. In diesem Zusammenhang bietet das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung Lösungsansätze, die geeignet sind, gesellschaftlich und persönlich Voraussetzungen zu schaffen, um ein gesundes Leben zu ermöglichen.

Ein gesundes Leben hängt wesentlich davon ab, mit welchen Kompetenzen und Fähigkeiten die Menschen ausgestattet sind. Die Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung bietet mit dem Konzept der Gestaltungskompetenz geeignete Möglichkeiten. Weitere enge Verknüpfungen mit dem Nachhaltigkeitskonzept können ebenfalls große Beiträge für ein gesundes Leben leisten. So werden Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens mit ökologischen und sozialen Aspekten, Fragen des Natur- und Umweltschutzes, der demografischen Änderungen in der Gesellschaft oder der lokalen, regionalen und landesweiten Mitbestimmung großen Einfluss auf ein gesundes Leben der Bürger haben.

Ein gesundes Leben ist ein klares Ziel von Nachhaltigkeitsprozessen.

Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. -AGETHUR- befasst sich mit der Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Modellprojekten sowie der Erarbeitung von Konzeptionen und Medien für die Gesundheitsförderung. 

Beispiel

Projekt „Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule"