Nachhaltigkeitszentrum Thüringen

Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung?


Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verankert das von den Vereinten Nationen verabschiedete Ziel der nachhaltigen Entwicklung in der Bildung. Sie dient dem Erwerb der Fähigkeit (Gestaltungskompetenz), aktiv und selbstbestimmt an ökologischen, sozialen und ökonomischen Prozessen zur nachhaltigen Entwicklung teilzuhaben.

Dabei sind die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks des eigenen Handelns, die Erleichterung des Zugangs zu einer guten Lebensqualität für alle und die Beteiligung an gesellschaftlichen Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen zentral (Gerhard de Haan 2013). Entsprechend steht BNE für Bildungsinhalte, die sich aus dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ableiten. Beispiele dafür sind der Einsatz erneuerbarer Energien für den Klimaschutz, der Umwelt- und Naturschutz, das generationsübergreifende Lernen oder die nachhaltige Ernährung.

Die BNE zielt auf den Erwerb von Kulturtechniken, die Orientierung an Nachhaltigkeitskriterien im eigenen Leben und die gemeinsame Initiierung von entsprechenden Prozessen auf lokaler wie auf globaler Ebene. Um dies zu unterstützen, hatten die Vereinten Nationen die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung für den Zeitraum von 2005-2014 ausgerufen. Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur koordinierte in Deutschland die Umsetzung der UN-Dekade.

2015: Start des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP) und Verabschiedung der Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDGs)
Integraler Bestandteil der so genannten Sustainable Development Goals (SDGs) ist eine globale Bildungsagenda für die Jahre 2016 bis 2030, für die die UNESCO im UN-System federführend ist.
Das Bildungsziel innerhalb der nachhaltigen Entwicklungsagenda lautet: "Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen".